Die Ölpreise gewinnen am Mittwoch deutlich hinzu. Grund für den Kurssprung ist Ölmarktbeobachtern zufolge der stärker als erwartete Rückgang der US-Rohöllagerbestände, den das American Petroleum Institute (API) gestern nach US-Börsenschluss bekannt gab.
Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate legte bis 12:36 AM ET (04:36 GMT) um 1% auf 55,48 Dollar zu. Die Nordseesorte Brent gewann 0,7% auf 59,44 Dollar hinzu.
Das American Petroleum Institute (API) teilte am Dienstagabend mit, dass die Rohöllagerbestände um 11,1 Millionen Barrel gesunken seien. Ölmarktbeobachter hatten mit einem Rückgang von 2 Millionen Barrel gerechnet.
Für steigende Ölpreise sorgte außerdem der Bericht des gemeinsamen Ministerialausschuss der OPEC (Joint Ministerial Monitoring Committee, JMMC), wonach die OPEC und ihre Verbündeten im Juli zusammen erheblich unter den vereinbarten Obergrenzen für die Produktion blieben und sie ihre Verpflichtungen zur Produktionsbeschränkung um mehr als 50% übererfüllten.
Der Ministerialausschuss sagte auch, dass er in der zweiten Jahreshälfte einen "signifikanten" Rückgang der Rohöllagerbestände erwartet.
Unterdessen bleiben die Unsicherheiten rund um den Handelskrieg zwischen den USA und China bestehen. Das dürfte auch die Gewinne des schwarzen Goldes begrenzen.
Zwar hat Trump am Montag gesagt, China wolle unbedingt einen Deal machen und er habe einen Anruf aus Washington erhalten, eine Bestätigung durch die Regierung in Peking steht aber noch aus. Außerdem ist es zweifelhaft, ob die beiden größten Volkswirtschaften auf der ganzen Welt dauerhaft eine Lösung für den Handelskrieg finden.

