Iran stoppt Öltanker: Ölpreise springen hoch

Iran stoppt Öltanker: Ölpreise springen hoch

Jul 18, 2019

Die Spannungen im Nahen Osten nehmen erneut zu, nachdem der Iran einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf gestoppt hat. Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Kursaufschlägen.

Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 0,43 US-Cents oder 0,73 Prozent auf 57,19 Dollar je Barrel.

Für die Nordseesorte Brent ging es um 0,56 US-Cents auf 64,25 US-Dollar je Barrel nach oben.

Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass die iranischen Revolutionsgarden einen Öltanker mit angeblich einer Millionen Liter geschmuggelten Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crew-Mitglieder verhaftet habe. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Gestern waren die Ölpreise unter Druck geraten und das, obwohl die US-Rohöllagerbestände stärker zurückgingen als von Analysten im Vorfeld erwartet worden war. Ölmarktbeobachter verwiesen auf die steigenden Bestände bei Raffinerieprodukte.

Die Rohöllagerbestände sanken um 3,1 Millionen Barrel, teilte die US-Energiebehörde EIA mit. Experten erwarteten, dass die Ölreserven nur um 2,7 Millionen Barrel zurückgehen.

Für Enttäuschung hatten dagegen die steigenden Benzinbestände gesorgt, die um 3,6 Millionen Barrel zulegten. Die Prognose sah einen Rückgang um 925.000 Barrel vor. Zugleich stiegen die Bestände an Destillaten um 5,7 Millionen Barrel und damit deutlich stärker als erwartet.

"Ein kräftiger Rückgang der impliziten Nachfrage hat sowohl bei Benzin als auch bei Mitteldestillaten zu einem sehr großen Lageraufbau geführt", sagte Matt Smith, Leiter Rohstoffstrategie bei ClipperData.

"Der Bericht nächste Woche wird wahrscheinlich noch stärker von den Auswirkungen des Hurrikans Barry geprägt sein."

Der Sturm Barry, der am Samstag westlich von New Orleans auf die Küste traf und der auf die Stufe 1 zurückgestuft wurde, sorgte dafür, dass die Ölgesellschaften vorsorglich Hunderte Plattformen und Bohrinseln im Gold von Mexiko räumten. Fast 60 Prozent der US-Offshore-Aktivitäten waren bis Dienstag noch geschlossen.

Die Ölpreise waren in den vergangenen Sitzungen außerdem unter Druck geraten, da der US-Außenminister Pompeo Bereitschaft signalisierte, über den Konflikt mit dem Iran zu sprechen. Der Iran schob dem aber einen Riegel vor.

Zudem sagte US-Präsident Donald Trump, dass ein Handelsabkommen mit China noch nicht in Sicht sei und drohte Peking zugleich mit weiteren Importzöllen. Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur noch um 6,2 Prozent. Das war der schwächste Wachstumsclip seit 27 Jahren. Ölmarktbeobachter fürchten, dass sich der Handelskrieg sowie die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft negativ auf die Ölnachfrage auswirken.

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