In Hongkong spitzt sich die Lage erneut zu. Nun hat der führende politische Aktivist, Chen Haotian, gefordert, dass an diesem Freitag alle Menschen gleichzeitig ihr Geld von der Bank abheben, damit das System zusammenbricht.
Chen Haotian ist Gründer und Initiator der kleinen Hongkonger Nationalpartei, die für die Unabhängigkeit des Stadtstaats einsteht. Die Bürger Hongkongs genießen zwar weitgehend alle Freiheiten, aber es wird befürchtet, dass Peking diese zunehmend beschneiden will.
Haotian erklärte, dass die Massendemonstrationen viele Menschen verletzt und zu extremer Polizeigewalt geführt haben. Um den wachsenden Einfluss Pekings auf Hongkong zu beschränken, könne man einfach sämtliches Geld von den Banken abheben - ein Bankenrun eben.
Die China Press schrieb in einem Artikel:
"Er rief am Freitag, den 16. August, alle Hongkonger dazu auf, ihr Geld von der Bank abzuheben. Das Hauptziel sind chinesische Banken, aber er sagte, dass auch andere Banken ins Visier genommen werden sollten, sonst könnten sich chinesische Banken von anderen Geldhäusern Geld leihen, um Probleme zu lösen."
Seit Wochen wird Hongkong von einer Protestwelle erfasst. Angefangen hat alles mit einem umstrittenen Auslieferungsgesetz an Festlandchina, das aber mittlerweile auf Eis gelegt wurde. Das hält die Demonstranten aber nicht davon ab, weiter gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong und für mehr Demokratie zu protestieren.
Experten fürchten nun ein Eingreifen der chinesischen Regierungstruppen, um die Massendemonstration in Hongkong zu zerschlagen.
Gestern hatte Trump die Hongkong-Krise mit dem Handelskrieg in Verbindung gebracht und gesagt, Xi könne die politischen Unruhen in dem Stadtstaat "schnell und human lösen", wenn er das wolle. Er fügte hinzu, wenn China einen Handelsdeal machen wolle, sollten sie "zuerst menschlich mit Hongkong umgehen". In einem weiteren Tweet schlug Trump ein "persönliches Treffen" mit Xi vor, um über die Hongkong-Krise zu sprechen.
"Wenn Präsident Xi sich direkt und persönlich mit den Demonstranten treffen würde, gäbe es ein glückliches Ende der Hongkong-Krise. Daran habe ich keinen Zweifel", sagte der Trump.
Unmittelbar danach ließ China mitteilen, es wünsche keine externen Ratschläge über den Umgang mit Hongkong.
"Die Hongkong-Krise ist eine rein innere Angelegenheit Chinas. Trump hatte bereits gesagt, dass Hongkong zu China gehört und sie sich damit selbst befassen müssen. Peking braucht keine Ratschläge", sagte Chinas Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, in einem schriftlichen Kommentar zu einer Frage über Trumps Tweet.
"Wir hoffen, dass sich die Amerikaner an das halten, was sie sagen."

