Die Gold-Bullen glauben, dass sie bei ihren Wetten auf eine Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed wenig zu verlieren haben und das, obwohl die US-Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet gewachsen ist - und so halten sie in der Hoffnung auf die erste geldpolitische Lockerung in den USA seit einem Jahrzehnt an ihren Longs fest.
Der Kassakurs für Gold handelte zuletzt auf 1.419,74 Dollar je Feinunze und gewann damit 0,4 Prozent.
Der Gold-Future zur Lieferung im August, der an der Comex von der New York Mercantile Exchange gehandelt wird, stieg 4,60 Dollar oder 0,3 Prozent auf 1.419,30 Dollar.
Auf wöchentlicher Sicht gab der Kassakurs für das Edelmetall um 0,4 Prozent nach, der Terminkontrakt um 0,5 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet beläuft sich der Zuwachs auf mehr als 10,8 Prozent.
Die jüngsten Verluste resultieren aus dem Super-Donnerstag, als die Europäische Zentralbank die Zinsen unverändert beließ, anstatt, wie von einigen erwartet, sie zu senken.
Gold profitiert in der Regel von der Aussicht auf niedrigere Zinsen.
Die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen auf ihrer gelpolitischen Sitzung vom 30. bis 31. Juli um mindestens 25 Basispunkte senken wird, sorgte in diesem Monat für mächtigen Preisschub bei Gold auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.
Da jedoch am Nachmittag das amerikanische Bureau of Economic Analysis (BEA) die erste Schätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal mit 2,1 Prozent angab und damit stärker als die erwarteten 1,8 Prozent, dämpfte das etwas die Erwartung an eine unmittelbare Lockerung der Geldpolitik.
Michael Hewson, Chefmarktanalyst bei CMC Markets, sagte, dass die Wachstumszahlen, der private Konsum von 4,3 Prozent und die PCE-Kernrate von 1,8 Prozent gute Zahlen waren.
"Erinnern Sie mich bitte daran, warum die Fed die Zinsen senken muss?", schrhieb er auf Twitter. "Wenn die Fed nächste Woche an der Zinsschraube dreht, bin ich gespannt darauf, wer dagegen war".
Die Märkte taxieren die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte der Fed auf der Sitzung am kommenden Mittwoch auf 100 Prozent, aber die Spekulationen auf eine große Zinssenkung sind zuletzt wieder deutlich gesunken.
Nach Vorlage der US-BIP-Zahlen sank die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte von 23,5 auf 19,4 Prozent.
Die Fed-Funds-Futures sehen noch immer eine recht hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Zentralbank die Zinsen im weiteren Jahresverlauf dreimal senken wird.
Einige Marktteilnehmer argumentierten, dass das stärker als erwartete Wachstum im zweiten Quartal die Pläne der Fed für eine Zinssenkung nicht zunichte macht.
"Das ist genau das, was der Markt brauchte, nicht so schlecht, dass sich die Wirtschaft stark verlangsamt, und nicht so stark, dass die Fed den Kurs ändern wird", sagte Art Hogan, Chefmarktstratege bei National Securities in New York.

