Der Goldpreis ist am Dienstag um mehr als 1% gestiegen und hat sich damit zurück über die psychologisch wichtige Marke von 1.200 USD gehievt, da die Nachfrage nach Sicherheit zunahm, als Sorgen über die finanzielle Lage Italiens die Finanzmärkte verschreckten.
Goldfutures für Dezember lagen an der Comex Sparte der New York Mercantile Exchange um 15:53 MEZ 1,24% höher auf 1.206,60 USD die Feinunze.
Die Sorgen den Investoren über Italien nahmen am Dienstag zu, nachdem Claudio Borghi, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Unterhaus des italienischen Parlaments gemeint hatte, dass Italien seine fiskalischen Probleme mit einer eigenen Währung gelöst hätte.
Die Kommentare heizten einen Wortkrieg mit der Europäischen Union über den Haushaltsplan der populistischen Regierung an, der höhere Ausgaben und Steuersenkungen vorsieht, was aber die Schulden Italiens steigen lassen würde und den EU-Budgetvorschriften widerspricht.
EU-Vertreter warnten, dass sein Plan Milliarden weitere Euros an Schulden zu machen, um Ausgabeversprechen zu erfüllen, den Block zurück in eine Krise befördern könnte. Der stellvertretende Ministerpräsident Luigi Di Maio sagte, Italien werde an seinen Defizitzielen nicht rütteln.
Gold stieg an trotz des starken Dollars und der US-Dollarindex, der die amerikanische Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, lag um 0,29% höher auf 95,20.
Das Edelmetall hat das dritte Quartal mit einem Verlust von 4,6% beendet, nachdem es im September 0,9% an Wert verloren hatte, da steigende Zinssätze in den USA und der Marsch des Dollars auf neue Höhen belastet haben.
Höhere Zinsen und steigende US-Anleiherenditen machen Gold weniger attraktiv, da dieses keine laufenden Erträge abwirft. Sie stützen für gewöhnlich auch den Dollar, womit das in der amerikanischen Währung ausgepreiste Edelmetall sich für Käufer aus anderen Währungsräumen verteuert.
Die Investoren warten jetzt auf eine Rede vom Federal Reserve Vorsitzenden Jerome Powell, die dieser heute halten wird.
Diese kommt nur eine Woche nach Powells Pressekonferenz nach der dritten US-Zinserhöhung in diesem Jahr. Dennoch werden die Investoren seine Rede genau auf Andeutungen über eine weitere Zinserhöhung im Dezember untersuchen.
Die Händler preisen derzeit eine 78,5 prozentige Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung vor Jahresende ein, so das Fed Rate Monitor Instrument von .
Im weiteren Edelmetallhandel schnellte der Kurs von Silber für Dezember um 2,64% auf 14,89 USD die Feinunze hoch, während Platin für Januar sich um 1,08% auf 836,80 USD die Feinunze verteuerte.
Bei den Industriemetallen wurde Kupfer 2,03% teurer zu 2,845 USD das Pfund gehandelt.
