Goldpreis runter - US-Dollar und Anleiherenditen rauf

Goldpreis runter - US-Dollar und Anleiherenditen rauf

Jan 16, 2020

von Robert Zach

Der Goldpreis hat am Donnerstag nachgegeben. Als Belastung erwiesen sich gute Wirtschaftsdaten: in den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Einzelhandelsumsätze und der Philly-Fed-Index stärker als erwartet ausgefallen. In der Folge legte der US-Dollar im Windschatten steigender US-Anleiherenditen zu. Entsprechend gering war die Nachfrage nach Gold.

Der Februar-Terminkontrakt auf den Goldpreis sank 3,55 US-Dollar oder 0,23 Prozent auf 1.550,25 US-Dollar.

Für den Gold-Spotpreis ging es um 5,23 US-Dollar oder 0,33 Prozent nach unten auf 1.550,78 US-Dollar. Der Kurs des größten Gold-ETF der Welt, des SPDR Gold Trust, fiel um 0,35 Prozent. Gestern verzeichnete der goldgedeckte ETF zum ersten Mal seit dem 3. Januar wieder einen Zufluss der Bestände um 3,8 Tonnen. Mit 378,32 Tonnen blieben sie aber in der Nähe der Tiefs von Mitte September.

In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze per Berichtsmonat Dezember um 0,3 Prozent an. Volkswirte hatten mit diesem Wert gerechnet. Die für das Bruttoinlandsprodukt maßgebliche Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze stieg um 0,5 Prozent, nach -0,1 Prozent im Vormonat. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 Prozent.

Auch der Philadelphia-Fed-Index stieg mit 17,0 Punkten deutlich stärker als erwartet. Analysten hatten mit 3,8 Punkten gerechnet, nach 2,4 Punkten im Dezember. Der Diffusionsindex für die zukünftige Aktivität gewann 3,6 Punkte auf 38,4. Das signalisiert, dass die Umfrageteilnehmer in den nächsten sechs Monaten Wachstum erwarten. Ebenfalls robust präsentierte sich der Index für zukünftigen Investitionen, der mit 32,90 auf den höchsten Stand seit Oktober sprang.

Das Datenpotpourri vervollständigte die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die um 10.000 auf 204.000 sank.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA unterstreichen, dass weitere Zinssenkungen der Federal Reserve kein Selbstläufer sind. Das spiegelt sich auch in der Reaktion des US-Dollars und der US-Anleiherenditen, die nach dem Zahlenregen zulegten.

Für die Zehnjahresrendite aus den USA ging es um 1,38 Prozent nach oben auf 1,813 Prozent, während der US-Dollar-Index (DXY) 0,12 Prozent vorrückte auf 97,07 Punkte.

Sinkende Kapitalmarktzinsen fördern in der Regel die Nachfrage nach dem gelben Metall, weil damit die Opportunitätskosten für das Halten von Gold sinken. Zugleich kann die Gold-Nachfrage mit einem steigenden US-Dollar zurückgehen.

"Die fundamentale und technische Gemengelage begünstigt aktuell die Gold-Bären", sagte Peter Grant, VP und Marktanalyst bei Zaner Metals LLC und Tornado Precious Metals Solutions.

"Eine wichtige Unterstützung sehen wir 1.544,60 US-Dollar", erklärte der Edelmetallexperte. "So lange sich Gold oberhalb von 1.536,40 US-Dollar halten kann, bleiben wir aber bullisch gegenüber dem Edelmetall eingestellt".

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