Der Goldpreis hat sich am Montag nach seiner jüngsten Erholungsrallye stabil gezeigt, während Basismetalle und Anleiherenditen im Fahrwasser rückläufiger politischer Risiken in den USA und Europa weiter nach oben marschiert sind.
Im Zuge der Teilhandelsvereinbarung zwischen den USA und China floss Geld aus sicheren Häfen in riskantere Anlagen wie Aktien und Rohstoffen. Weitere Zölle konnten damit vorerst abgewendet werden. Anleger bauen jetzt darauf, dass die Geschäftsaussichten steigen ebenso wie die Bereitschaft der Unternehmen für Investitionen und für Neueinstellungen.
Der Gold-Future zur Lieferung im Februar verbilligte sich am Montag um 0,1 Prozent auf 1.479,15 Dollar je Feinunze, während der Spot-Goldpreis kaum verändert bei 1.479,05 Dollar je Feinunze notierte.
Nicht gerade als echter "Thriller" kommt die jüngste Preisentwicklung des Goldpreises daher, schreibt Robert Zach von in einem Kommentar. "Seit Anfang November bewegt sich das Edelmetall in einer eng gefassten Range zwischen rund 1.460 und 1.487 Dollar seitwärts". Für Bewegung bräuchte der Goldpreis nun endlich einen nachhaltigen Sprung über den Widerstand aus der Durchschnittslinie der letzten 50 Tage, dem 38,2% Fibonacci-Retracement und der oberen Begrenzungslinie der Seitwärtsrange bei 1.484/86 Dollar, erklärte er. "Dies würde der Langeweile endgültig ein Ende setzen und dürfte zunächst für Zugewinne auf die 100-Tage-Linie bei 1.497 Dollar sorgen. Allerdings mahnen die zuletzt ausgeprägten langen Dochte zur Vorsicht, da sie Verkaufsdruck signalisieren. Das mögliche Longszenario wäre hinfällig wenn der Goldpreis die Unterstützungen bei 1.465, 1.456 und dann 1.450 Dollar unterschreitet".
Der Silber-Future entwickelte sich besser als Gold und legte um 0,1 Prozent auf 17,03 Dollar je Feinunze zu, während der Platin-Future um 0,1 Prozent auf 930,05 Dollar nach oben kletterte.
Aufgrund der hohen Risikobereitschaft der Investoren zeigten die Industriemetalle eine deutlich bessere Entwicklung: der Kupfer-Future verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 2,812 Dollar je Pfund und liegt damit nur knapp unter seinem Siebenmonatshoch, das er am Freitag im Zuge der Handelsdeals erreicht hatte.
"Kupfer liefert weiterhin die beste Story für diejenigen, die optimistisch bezüglich des globalen Wachstums im Jahr 2020 sind", schrieb die J.P. Morgan-Analystin Natasha Kaneva in einer wöchentlichen Notiz. Sie argumentierte, dass spekulative Positionen an den Börsen in Chicago und London, die in den meisten Fällen in diesem Jahr per Saldo Short waren, letzte Woche zu Netto-Longpositionen wurden....
"Die Frage bleibt nun, ob sich der Ausblick verbessert hat, um die Rückkehr zu einer nachhaltigen spekulativen Long-Position zu rechtfertigen", sagte Kaneva. Sie deutete an, dass angesichts des globalen Wachstums, das immer noch weit von der synchronisierten Stärke entfernt ist, die die letzte Kupfer-Rallye 2017/18 angetrieben hat, die Antwort wahrscheinlich nein ist - sie sieht einen fairen Wert zwischen 5.900 und 6.170 Dollar je Tonne an der LME. Am Donnerstag notierte es bereits bei 6.186,75 Dollar.
Mittlerweile gibt es auch erste Signale, die als konjunkturelle Bodenbildung in China interpretiert werden könnten. Für eine dynamische Erholung dürfte es aber noch nicht reichen. Die Industrieproduktion beschleunigte sich auf ein Fünfmonatshoch von 6,2 Prozent. Erwartet wurden lediglich 5 Prozent. Im Einzelhandel stiegen die Umsätze im Jahresvergleich um 8,0 Prozent. Enttäuscht hatten dagegen die Investitionen in Sachanlagen, die mit 5,2 Prozent zum Vorjahr stagnierten und damit erwartungsgemäß auf ihren historischen Tiefs blieben.
"Die jüngsten Daten stehen im Einklang mit unserer Prognose, dass die chinesische Industrie die Talsohle erreicht und der Wirtschaft im Jahr 2020 zu einer Stabilisierung verhilft, nachdem der Gegenwind aus dem Deleveraging und der Konflikt zwischen den USA und China seit Mitte 2018 zu einer Verlangsamung des offiziellen BIP-Wachstums geführt haben", erklärte Arjen van Dijkhuizen, Ökonom bei ABN AMRO (AS:ABNd).
Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone stagnierte im Dezember, liegt aber mit 50,6 Punkten weiterhin im Expansionsbereich. Insgesamt untermauern die Ergebnisse, dass die Konjunktur im Euroraum nur mit einem sehr moderatem Tempo wachsen dürfte.
"Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes im Dezember werden diejenigen enttäuschen, die sich auf ein besseres neues Jahr freuen", schreibt Capital Economics-Chefökonom Andrew Kenningham in einer Notiz. S"ie deuten sogar darauf hin, dass das BIP der Eurozone im vierten Quartal nahezu stagnierte und die industrielle Rezession anhält. Nach den Feiertagen gehen wir davon aus, dass die Eurozone bis weit in das Jahr 2020 hinein in der Krise bleiben dürfte."
Die Einkaufsmanagerindizes der beiden Euro-Schwergewichte Deutschland und Frankreich waren weitgehend unverändert geblieben. Die Ergebnisse aus Deutschland haben leicht enttäuscht. Der Gesamt-Einkaufsmangerindex blieb mit 49,4 im Kontraktionsbereich, während das Pendant aus Frankreich mit 52,0 eine moderate Expansion anzeigt.
Jenseits des Atlantiks zeichneten der Empire State Manufacturing Index und der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ein gemischtes Bild.

