Von Peter Nurse
Der Dollar bleibt auch am Freitag gut unterstützt. Der Euro befindet sich indes weiter auf Talfahrt. Schwache Wachstumsdaten aus der Euro-Zone erhöhen die Spekulation auf eine Zinssenkung der Europäische Zentralbank (EZB).
Unterstützung erhielt der Dollar auch durch die Bekanntgabe der New Yorker Federal Reserve am Donnerstag, dass sie das Volumen ihrer Offenmarktgeschäfte etwas stärker als geplant reduzieren wird, was die Liquidität an den US-Finanzmärkten verknappt.
Der EUR/USD wird mit 1,0842 Dollar in der Nähe des tiefsten Standes seit April 2017 gehandelt. Der US Dollar Index, der den Dollar gegenüber einem Korb von sechs anderen Währungen vergleicht, rangierte mit 98,957 knapp unter seinem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der GBP/USD bewegte sich kaum vom Fleck.
Die deutsche Wirtschaft stagnierte im Schlussquartal 2019. Damit schwächelte der Motor der Eurozone bereits vor dem Auftreten des neuartigen Coronavirus.
Im Dezember war die deutsche Industrieproduktion so stark zurückgegangen wie seit der globalen Finanzkrise vor einem Jahrzehnt nicht mehr.
Hinzu kamen schwache Prognosen der Europäischen Kommission für die europäische Wirtschaft. Das sei kein sonderlich erfreuliches Umfeld für den Euro, so die Analysten der Danske Bank (CSE:DANSKE) in einer Notiz.
"Obwohl die Europäische Kommission den Euroraum immer noch auf einem 'moderaten Wachstumspfad' mit einem BIP-Wachstum von 1,2% im Jahr 2020 sieht, hieß es in dem Bericht, dass die Risiken für die Wachstumsaussichten nach wie vor nach unten gerichtet sind. Der Ausbruch des Coronavirus ist dabei ein zentrales Abwärtsrisiko", sagte die Danske Bank (CSE:DANSKE).
Die dänische Bank hat vor kurzem ihre Prognose für das 2020 BIP-Wachstum im Euroraum von 0,9% auf 0,8% gesenkt
Die neuesten Wachstumszahlen für die Eurozone werden um 11 Uhr veröffentlicht . Im Quartalsvergleich wird mit einem Plus von 0,1% gerechnet. Im Jahresvergleich wird mit 1,0% gerechnet. Es besteht allerdings die Gefahr einer negativen Überraschung.
Stellt man diesen Zustand den wirtschaftlichen Aussichten in den USA gegenüber, ist es nicht überraschend, dass die Gemeinschaftswährung unter Druck steht. Schließlich präsentiert sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin robust, das jährliche BIP-Wachstum betrug im vergangenen 2% und die Federal Reserve war zuversichtlich genug, um die Repo-Geschäfte früher als erwartet zurückzufahren.
"Unser Basisszenario ist nun eine anhaltende relative Unterperformance der europäischen Finanzanlagen im Vergleich zu den auf USD lautenden Anlagen", fügte die Danske Bank (CSE:DANSKE) hinzu. "Daher haben wir unsere EUR/USD-Prognose auf Sicht von 12 Monaten überarbeitet und sehen den Euro nun auf 1,07, nach 1,15 zuvor."
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