Forex: Euro rutscht vor EZB-Sitzung auf Zweimonatstief - Sterling schwach

Forex: Euro rutscht vor EZB-Sitzung auf Zweimonatstief - Sterling schwach

Jul 24, 2019

Der Euro ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit 2 Monaten gesunken, da die Anleger immer aggressiver auf eine Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) setzen. Das britische Pfund notierte indes in der Nähe der Zweijahrestiefs, weil die Furcht vor einem Brexit ohne Deal zunimmt.

Die Gemeinschaftswährung sank um 0,17 Prozent auf 1,1131 Dollar und kostete damit so wenig wie zuletzt am 31. Mai. Bereits gestern hatte der Euro mehr als 0,5 Prozent an Wert verloren.

Der Euro hat seinen Ausverkauf vor dem zinspolitischen Treffen der EZB an diesem Donnerstag beschleunigt. Für morgen rechnen die Anleger zwar noch mit keiner Zinssenkung, aber spätestens im September dürfte es dann so weit sein.

"Die Devisenmärkte erwarten nun eine dovishe EZB, was den Euro in den letzten Tagen spürbar unter Druck gesetzt hat", schreibt der Devisenstratege, Yukio Ishizuki, von Daiwa Securities.

"Der Knackpunkt ist nicht unbedingt, ob die EZB diese Woche die Geldpolitik oder nicht, sondern welche Art von Sprache (Präsident Mario) Draghi in Bezug auf die geldpolitische Richtung verwendet."

Ein weiterer Belastungsfaktor für den Euro war der Ausverkauf beim britischen Pfund, das nun in der Nähe seiner Zweijahrestiefs notiert, nachdem Boris Johnson gestern das Rennen um den Tory-Parteivorsitz gewonnen hatte und damit nächster Premierminister Großbritanniens wird. Er gilt als Brexit-Befürworter - egal ob mit oder ohne Deal.

Das Sterling markierte bei 1,2430 Dollar ein neues Sitzungstiefs. Das Zweijahrestiefs liegt bei 1,2382 Dollar.

Unterdessen setzte der US-Dollar seinen Anstieg fort. Der U.S. Dollar Index, der den Greenback gegen sechs andere Währungen misst, stieg mit 97,50 auf ein neues Fünfwochenhoch.

Unterstützung erhielt der Greenback von der gestrigen Meldung, dass sich US-Präsident Trump und der Kongress auf ein neues Haushaltspaket geeinigt hätten, um einen Regierungsstillstand zu verhindern.

Darüber hinaus gab es gestern Meldungen, wonach eine US-Delegation wegen des Handelskonflikts im Laufe der nächsten Woche zu hochrangigen Verhandlungen nach China reisen soll. Zugleich hieß es, dass die Verhandlungen noch mehrere Monate dauern könnten, bevor ein Deal erreicht wird.

"Zusätzlich zur Schwäche des Euro im Vorfeld des EZB-Meetings wird der Dollar gestützt, da die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen senkt, auf der Sitzung des FOMC (Federal Open Market Committee) nächste Woche um 50 Basispunkte diskontieren", sagte Ayako Sera, Senior Market Economist bei Sumitomo Mitsui Trust.

Spekulationen, dass die US-Notenbank die Zinsen am 30. und 31. Juli um 50 Basispunkte senken würde, hatten sich Anfang des Monats nach den Kommentaren einiger hochrangiger Fed-Beamter erhöht, aber die Anleger haben inzwischen die Erwartungen zurückgeschraubt und sehen nun eine Zinssenkung um 25 Basispunkte wahrscheinlicher.

-- Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen

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