Als es letzte Woche um die Federal Reserve ging, sorgten die Repo-Mittel in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar für Schlagzeilen, einerseits wegen ihrer Höhe, andererseits da selbst ihr massiver Umfang nicht ausreichte, einen riesigen Aktienausverkauf zu stoppen (wenn dies tatsächlich ein Ziel war).
Dann richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Fed-Sitzung in dieser Woche, für die Goldman Sachs (NYSE:GS) eine Zinssenkung von 100 Basispunkten gegenüber der alten Schätzung von 50 Basispunkten vorhersagt. Mittlerweile hat die US-Notenbank gehandelt. Am Sonntag Ortszeit senkte sie die Zinsen auf fast null Prozent. Der Korridor belaufe sich nun auf 0 bis 0,25%.
Was jedoch die größte Waffe im Arsenal der Fed sein könnte, wurde etwas übersehen: die Rückkehr der quantitativen Lockerung (quantitative easing, QE).
Die Fed begann am Freitag Pläne umzusetzen, Anleihen aus fünf Fälligkeitssektoren für rund 37 Milliarden US-Dollar zu kaufen, mit 17 Milliarden US-Dollar Papieren mit einer Laufzeit von sieben Jahren oder mehr, um "äußerst ungewöhnliche Marktstörungen bei US-Staatsanleihen im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus" anzugehen.
Sollten die US-Zinssätze nächste Woche wie erwartet auf Null gehen, verbleibt die quantitative Lockerung als der einzige Weg einer weiteren Lockerung der Geldpolitik, so die Ökonomen von Pantheon Macroeconomics.
"Wir erwarten, dass die Fed auf absehbare Zeit Wertpapiere im Wert von 60 (Mrd. USD) im gesamten Spektrum kauft: QE4 ist da", schrieb Pantheon in einer Notiz.
"Diese umfassendere Aktion wird den unvermeidlichen Abwärtsdruck auf das Geldmengenwachstum ausgleichen, wenn die Wirtschaftstätigkeit schrumpft", fügte sie hinzu. "Sie sollte den Dollar schwächen und die Preise von Wertanlagen erhöhen, bei ansonsten identischen Rahmenbedingungen. Sie werden es nicht sein, doch diese Maßnahmen sollten den Schaden begrenzen."
Die Fed hat nicht versprochen, dass die Anleihekäufe über den 13. April hinaus weitergehen werden, aber "es ist für uns unvorstellbar, dass die Fed diese Operationen nicht verlängern wird", sagte Pantheon.

