Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf ihrer Oktober-Sitzung erwartungsgemäß unverändert bei 0,00 Prozent gelassen. Auch die Spitzenrefinanzierungs- und die Einlagefazilität wurden nicht angerührt.
Die Forward Guidance bezüglich der Zinsen wurde bestätigt: der EZB-Rat geht davon aus, dass die Zinsen im Euroraum „so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 % liegt, und dass sich diese Annäherung in der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation durchgängig widerspiegelt“, hieß es in der Pressemitteilung.
Veränderungen am jüngst beschlossenen Anleihekaufprogramm, welches ab 1. November in einem monatlichen Umfang von 20 Milliarden Dollar wieder aufgenommen wird, gab es nicht.
Auch hier hat der EZB-Rat die Forward Guidance bestätigt: „Der EZB-Rat geht davon aus, dass die Nettoankäufe so lange fortgesetzt werden, wie es für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt.“
Insgesamt hat die EZB genau das gesagt, was der Markt hören wollte. Die Lockerungstendenz bleibt durch die vorgestellte Forward Guidance intakt. Das rechtfertigen auch weiterhin die miserablen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland und im Rest der Euro-Zone. Aber auch die Inflationsdaten, die noch keine Anzeichen einer Belebung anzeigen, geben der Europäischen Zentralbank recht, die alles dafür tut, damit die Staaten günstig Schulden aufnehmen können, um die Konjunktur auf Vordermann zu bringen. Die Staaten wie z.B. Deutschland müssten das nur endlich mal begreifen. Draghi hat die Waffe des billigen Gelds geliefert, den Abzug drücken müssen sie aber selbst!
Hier können Sie sich die Pressekonferenz von Mario Draghi anhören, die um 14.30 Uhr beginnt. Es ist seine letzte Rede als Chef der EZB.
Die Reaktion der Märkte
Der DAX handelt regungslos auf 12.865. Zuvor markierte er ein neues Jahreshoch. Auftrieb gaben Werte wie Daimler (DE:DAIGn) (DE:DAIGn) und BASF (DE:BASFN) (DE:BASFN), die mit ihren Quartalszahlen für eine gewisse Erleichterung gesorgt hatten.
Der Euro orientierte sich in den letzten Minuten wieder etwas nach unten, wahrscheinlich auch deshalb, weil klar ist, dass durch die von Draghi gegebene Forward Guidance, nicht ausgeschlossen werden kann, dass Lagarde bei einer weiteren Eintrübung der Daten, erneut handeln wird. Fragt sich nur, mit was sie überhaupt noch handeln will.
Die Zehnjahresrendite aus Deutschland hält sich leicht im Plus auf -0,388 Prozent. Bund-Future ebenfalls leicht im Plus.
Lesen Sie auch: Intervention
Von Robert Zach

