Die europäische Gemeinschaftswährung (EUR/USD) profitierte am Freitag von Berichten aus Italien, wonach der Wirtschaftsminister Giovanni Tria betonte, die Regeln der EU einhalten zu wollen. Mehreren Medienberichten zufolge plant Italien mit einem Haushaltsvorschlag, der die Defizitgrenze von 1,5% bis 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukt nicht überschreiten soll.
Vor allem die Haushaltsüberlegungen der italienischen Regierung hatten den Euro zuletzt auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Bis zum 15. Oktober - bis dahin haben die EU-Länder noch Zeit, ihre Haushaltsentwürfe einzureichen - dürfte sich an dieser Tatsache nicht sehr viel ändern.
Unterdessen hat die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet, dass der EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici, Italien in der Diskussion um den neuen Staatshaushalt aufgefordert hat, die Verschuldung unter Kontrolle zu halten.
US-Arbeitsmarktbericht (NFP) im Fokus
Neben dem Zollstreit zwischen China und den USA dreht sich heute alles um den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der um 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht wird. Trader sollten sich im Nachgang des Berichts auf volatile Stunden im EUR/USD einstellen.
Volkswirte rechnen im Schnitt mit einem Stellenaufbau von 188.000. Im Vormonat wurden 157.000 Jobs geschaffen, was weitgehend dem Durchschnittswert der letzten zwölf Monate entsprochen hat.
Grund für Optimismus bei den heutigen Arbeitsmarktzahlen besteht allemal. Schließlich ist die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um 4,2 Prozent gewachsen. Auch die Frühindikatoren wie Verbraucherumfragen signalisieren ein solides Stellenwachstum. Außerdem ist gestern die Zahl der Erstanträge auf ein neues Rekordtief gefallen.
Insofern sollte vor allem das Wirtschaftswachstum, welches hauptsächlich auf Konsum basiert, den Arbeitsmarkt weiterhin stützen. Enttäuschend war dagegen gestern der Jobaufbau im US-Privatsektor, wo lediglich 163.000 Stellen geschaffen wurden. In der jüngsten Vergangenheit waren die Zahlen aber kein verlässlicher Indikator mehr für die offiziellen Arbeitsmarktdaten.
Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften indes laut Experteneinschätzung auf 2,7 Prozent verweilen, während die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent erwartet wird.
Ein solider Stellenaufbau würde der allgemeinen Marktstimmung sicherlich guttun, die zuletzt unter den Turbulenzen der Währungen in den Schwellenländern sichtlich gelitten hat.
EUR/USD - charttechnische Einschätzung
Im Tageschart würde der EUR/USD eine Bodenbildung abschließen, wenn er die Marke von 1,1750 Dollar zurückerobern würde. Erster, wichtiger Widerstand befindet sich bei 1,1711 Dollar in Form der 90-Tage-Linie.
Unterstützungen befinden sich indes bei 1,1580 Dollar und dann bei 1,1533 Dollar. Ein nachhaltiges Abgleiten unter 1,1533 Dollar würde das Chartbild eintrüben.
