Angesichts der zunehmenden weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erlitt der Dow Jones gestern den größten eintägigen Punkterückgang in seiner Geschichte. Aber nicht nur das, sondern der Wall Street droht auch der größte Wochenverlust seit der großen Finanzkrise im Oktober 2008.
Der S&P 500 hat von seinem Allzeithoch letzte Woche 12 Prozent verloren. Damit befindet sich der Index laut allgemeiner Definition in einer Korrektur, die viele Marktbeobachter im längsten Bullenmarkt der Geschichte ohnehin als überfällig angesehen hatten.
Ob Sie als Privatanleger jetzt schon wieder in den Markt einsteigen sollten, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie die Chefstrategin des Finanzdienstleisters BNY Mellon Alicia Levine gegenüber MarketWatch erklärte.
"Wenn Sie der Meinung sind, dass es sich im Wesentlichen um ein kurzfristiges Phänomen handelt, welches das Wachstum ausbremst, aber dann im Sommer wieder von der Bildfläche verschwunden ist, dann ist es in Ordnung, wenn Sie in den Markt gehen. Aber wenn Sie glauben, es handelt sich hier um etwas Größeres, dann müssen Sie in ihrer Anlagestrategie berücksichtigen", sagte sie gegenüber MarketWatch.
"Wir glauben, dass das (Thema Coronavirus) bis zum Sommer abgehakt sein wird und dass sich das Wachstum wieder erholen wird", sagte sie, obwohl sie zugab, dass es Risiken im Hinblick auf ihr Basisszenario gibt.
Sie achtet auf Anzeichen eines starken Rückgangs der täglichen Infektionen in China und auf einen Anstieg des Verbrauchs von Kohle und Elektrizität sowie einer Belebung des Straßen- und Schienenverkehrs in China. Auch die Anzahl der Immobilienverkäufe sei für sie relevant.
Außerdem will sie Anzeichen dafür sehen, dass die Sterblichkeitsrate zurückgeht, was weniger Quarantänen und die Wiederaufnahme von Arbeit und Produktion bedeuten würde.
Für Durchschnittsanleger sei es in Ordnung, auf weitere Informationen zu warten, aber auch "ein gewisses Risiko vom Tisch zu nehmen, wenn Sie auf Gewinnen sitzen", und beim Kauf von vermeintlich sicheren Anlagen nicht zu übertreiben, sagte Levine zu MarketWatch.
Bei den US-Futures zeichnet sich am Freitag ein zaghafter Stabilisierungsversuch auf tiefem Niveau ab. Der Dow Jones-Future verliert zwar immer noch mehr als 300 Punkte, hat sich aber von seinem Intraday-Tief gut 350 Punkte erholt. Der NASDAQ 100-Future wird 1,80 Prozent tiefer auf 8.227 Punkte gehandelt und der S&P 500-Future sinkt gut 1,60 Prozent.
Der VIX, das Angstbarometer an der Wall Street, steigt um 6,51 Prozent auf 41,71 Indexpunkte. So hoch stand der Index zuletzt im Februar 2018. Je höher der VIX, desto größer die Unsicherheit im Markt.
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