Dollar stabil nach überraschendem Taubenschlag der Fed

Dollar stabil nach überraschendem Taubenschlag der Fed

Mär 21, 2019

- Der Dollar stabilisiert sich am Donnerstagmorgen, nachdem er scharf gefallen war, als die Federal Reserve Zinserhöhungen in diesem Jahr so gut wie ausgeschlossen hatte – eine Kehrtwende, die ein Ende der Geldverknappung im geldpolitischen Zyklus signalisieren könnte.

“Die Sorgen der Fed über die künftige Inflationsentwicklung sind deutlich stärker als vorhergesehen und es scheint, die Phase der Zinsanhebungen ist jetzt wirklich vorbei,” sagte Lee Ferridge, Kopf der Anlagestrategie für den Amerika bei State Street (NYSE:STT) Global Markets.

Der US-Dollarindex, der den Kurs der amerikanischen Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, verlor als Reaktion auf die Nachricht mehr als ein halbes Prozent, erholte sich aber in den asiatischen Handelsstunden wieder und stand um 09:00 MEZ auf 95,412, rund 0,5% unter seinem Niveau von vor der Bekanntgabe. Der Euro lag auf 1,1422 USD, nur knapp unter einem Sechswochenhoch von 1,1438 USD, während der Dollar gegenüber dem Yen auf ein neues Fünfwochentief von 110,36 gefallen ist.

Der aktualisierte ‘Dot-Plot’ der Fed, der die Entwicklung der Zinssätze widerspiegelt, wie sie von den einzelnen Notenbanker gesehen wird, lässt nunmehr keine weiteren Zinserhöhungen in 2019 erwarten und nur eine in 2020. Die Fed deutete ebenfalls an, sie werde ihr Programm zum Abbau des Anlagevermögens einstellen – die ‘quantitative Verknappung’ – was in der zweiten Jahreshälfte kommen wird.

Das Ausmaß der Sorgen über die wirtschaftliche Lage, die in der Ankündigung zum Vorschein kam, kam als Überraschung für die Märkte, da noch vor kurzer Zeit Fed-Chef Jerome Powell und andere wiederholt versichert hatten, dass die Wirtschaft “an einem guten Ort” sein.

Aber Daten aus aller Welt haben eine breitangelegte Verlangsamung in diesem Jahr angedeutet, als der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt seine Schatten wirft und der nicht näher an eine Lösung gekommen zu sein scheint, nachdem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch gesagt hatte, er beabsichtige die Zölle auf chinesische Waren für “eine geraume Zeit” in Kraft zu lassen und Zweifel über Chinas Einhaltung eines jeden Deals äußerte, der in nächster Zeit vereinbart werden kann.

Die Verluste des Dollars wurden gemildert durch die Erkenntnis, dass viele der anderen Zentralbanken der Welt der Fed bei ihrer Lockerung der Geldpolitik nachziehen könnten. Einige, wie die Europäische Zentralbank und die Bank von England haben schon jetzt die Erwartungen auf höhere Zinsen zurückgeschraubt, als die Konjunktur sich abgekühlt hat (nicht zuletzt wegen des nahenden Brexits). Der geldpolitische Ausschuss (Monetary Policy Council) der Bank von England wird heute noch seine Sitzung abhalten.

“Vor zwei Monaten wurde der Wandel der Fed zur Taube in aller Welt nachvollzogen, was die ‘geldpolitische Erwartungslücke’ relativ stabil ließ,” meinte John Velis, Forex- und Makrostratege bei BNY Mellon. “Wenn auch nicht positive fúr den Dollar, könnte die Sitzung (von dieser Woche) sich letztlich aus den gleichen Gründen als nicht dollar-negativ erweisen.”

Die Furcht vor einem Chaos-Brexit ist an die europäischen Märkte zurückgekehrt, nachdem eine Rede von Premierministerin Theresa May am Mittwochabend keine Optionen geboten hatte, außer der Austrittsvereinbarung, die im Parlament zweimal gescheitert war oder einen ‘no-deal’ Brexit in acht Tagen. Ihre Anfrage für drei Monate mehr Zeit über das Fristende vom 29. März hinaus, wird auf einem EU-Gipfel heute noch beraten werden. Allerdings suggerieren Berichte, dass es schwierig werden dürfte, die notwendige Einstimmigkeit von den anderen 27 Staatschefs zu bekommen.

Das Pfund wurde zu 1,3186 USD gehandelt, als Mays Rede fast vollständig den Kursausschlag nach oben, im Gefolge der Fed-Entscheidung beseitigte. Gegenüber dem Euro rutschte das Pfund in die Nähe eines Vierwochentiefs von 1,1541 EUR.

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