China senkt Importzölle, um sicherzustellen, dass der bevorstehende Phase-1-Handel mit den USA keine Beschwerden von anderen Handelspartnern bringt. Russland und die Ukraine schließen ein Abkommen, das das Risiko einer schwerwiegenden0 Störung der europäischen Gasversorgung im neuen Jahr beseitigt und Disneys neuester Star-Wars-Film bleibt am Eröffnungswochenende hinter den Erwartungen zurück. Das müssen Sie am Montag, den 23. Dezember, über die Themen an den Finanzmärkten wissen.
1. China senkt Importzölle - für alle
Chinas Regierung genehmigte Zollsenkungen für ein breites Spektrum von Importen im Wert von fast 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr, was Analysten als ersten Schritt auf dem Weg zur Unterzeichnung eines Phase-1-Handelsabkommens mit den USA zu Beginn des neuen Jahres ansehen.
Die Absenkungen betreffen einige der drängendsten Probleme der chinesischen Wirtschaft wie hohe Schweinefleischpreise und Zugang zu Medikamenten, sowie Komponenten für Smartphones. Sie geben US-Waren keine besondere Präferenz, verhindern jedoch Beschwerden der anderen Handelspartner Chinas bei der Welthandelsorganisation, indem sie sicherstellen, dass diese den gleichen Zollsätzen wie die USA unterliegen, wenn der Phase-1-Deal unterzeichnet ist.
Als solches hat das Abkommen eine Signalwirkung, dass China an einer auf internationalen Regeln basierenden Ordnung festhält, was wie es hofft, sein Profil im Vergleich zu den USA in den Augen Dritter verbessern wird.
2. Neuer Spionageskandal bei der Credit Suisse (SIX:CSGN)
Credit Suisse sieht sich einer wachsenden PR-Katastrophe gegenüber, nachdem ein zweiter Fall von illegaler Überwachung seiner Führungskräfte öffentlich wurde.
Die schweizerische Aufsichtsbehörde Finma hat einen Ermittler beauftragt, die Praxis der Bank zu untersuchen, nachdem Medienberichte enthüllt hatten, dass die Bank ihren ehemaligen Personalchef ausspioniert hatte, nur wenige Monate nach einem ähnlichen Vorgang um den Leiter der Vermögensverwaltung Iqbal Khan (der damals kurz davor stand, zum Rivalen UBS (SIX:UBSG) abzuspringen).
Die Bank teilte in einer Erklärung - erneut - mit, dass der Geschäftsführer Tidjane Thiam keine Kenntnis von der Überwachung habe und dass sie von einer Detektivfirma belogen worden sei, die der frühere COO Pierre Olivier Bouee bei seiner Untersuchung der Iqbal Khan-Affäre angeheuert hatte. Bouee, ein langjähriger Vertrauter von Thiam, hatte damals den Sündenbock spielen müssen.
3. US-Aktien höher - Auftragseingänge für langlebige Güter
Die US-Aktienmärkte werden nach dem Rekordschluss am Freitag und den positiven Handelsnachrichten am Wochenende auf neue Rekordhöhen streben.
Zusätzlich zu den chinesischen Zollsenkungen hatte Präsident Donald Trump erklärt, dass eine Unterzeichnungszeremonie für das Phase-1-Abkommen "in Vorbereitung" sei, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Um 12:30 MEZ lag der Bluechip Dow Futures um 78 Punkte oder 0,3% höher, der S&P 500 Futures stieg um 0,5%, während es mit dem technologielastigen NASDAQ 100 Futures um 0,4% aufwärts ging.
Die europäischen Märkte waren größtenteils unverändert, während die chinesischen Märkte in den Handelsstunden Asiens leicht gesunken waren.
Mit größeren Quartalsberichten Fehlanzeige, dürfte der Fokus in den USA auf den Auftragseingängen für langlebige Güter liegen, die um 13:30 MEZ hereinkommen werden und den Verkaufszahlen von Neubauwohnungen für November, die um 16:00 MEZ erscheinen.
4. 'Aufstieg Skywalkers' bleibt am Boden
Walt Disney (NYSE:DIS) bekam eine enttäuschende Resonanz für seinen neuesten Star-Wars-Film, den Aufstieg Skywalkers, der am Eröffnungswochenende "nur" 175 Millionen US-Dollar an der Abendkasse in ganz Nordamerika einspielte.
Dies lag ein ganzes Stück unter den Hoffnungen des Studios von über 200 Millionen US-Dollar und deutete darauf hin, dass der Trend zu sinkenden Renditen für das Star-Wars-Universium ungebrochen anhält.
Laut dem Wall Street Journal lagen die Einnahmen 20% unter denen für „Der letzte Jedi“ und 29% unter denen von „Das Erwachen der Macht“ aus dem Jahr 2015.
5. Europa beruhigt, als Russland und Ukraine Gasdeal unterzeichnen
Die Gefahr einer schwerwiegenden Störung der europäischen Gasversorgung in diesem Winter wurde beseitigt, nachdem Russland und die Ukraine ein Protokoll unterzeichnet hatten, das im nächsten Jahr die Lieferung von Gas durch die Ukraine im Rahmen eines neuen Vertrags vorsieht.
Die Unterzeichnung am späten Freitag erfolgte nur wenige Tage, nachdem die USA ein Gesetz zur Sanktionierung von Vertragspartnern auf der Nord Stream 2 Gaspipeline verabschiedet hatten. Diese Maßnahme dürfte die alternative Route für russisches Gas nach Europa um einige Monate verzögern.
Das Abkommen baut auf vorläufige Anzeichen für Fortschritte in den Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland, die sich seit 2014 in einem nicht erklärten Kriegszustand befinden.

