Hier sind die fünf wichtigsten Dinge, die man über die Finanzmärkte am heutigen Dienstag, dem 2. April, wissen sollte:
1. Bitcoin kurzzeitig über 5.000 USD nach urplötzlichem Preissprung
Bitcoin stieg kurzzeitig über die Marke von 5.000 USD auf seinen höchsten Preis seit Ende November.
An der Luxemburger Börse Bitstamp stieg Bitcoin heute um bis zu 20% und berührte kurzzeitig ein Hoch von 5.080 USD, bevor es bis 11:45 MEZ wieder auf 4.780 USD zurückfiel, was aber immer noch ein Kursplus von fast 16% für den Tag bedeutet und auch der höchste Tagesgewinn seit April letzten Jahres ist.
Während nicht unmittelbar klar war, was hinter der Rallye steckt, ließ der Ruck nach oben Bitcoin zum ersten Mal in mehr als einem Jahr seine 200-Tagelinie nach oben durchbrechen.
Das folgt auf eine massive Baisse bei Kryptowährungen im vergangenen Jahr. Bitcoins Kurs fiel in 2018 um über 76% und liegt immer noch weit unter seinem Allzeithoch von fast 20.000 USD, das es im Dezember 2017 erreicht hatte.
2. Öl auf neuem Jahreshoch
Am Rohstoffmarkt stiegen die Rohölpreise auf ihre höchsten Niveaus des Jahres, angesichts von Signalen, dass die von der OPEC initiierten Produktionssenkungen und die US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela geholfen haben, die Überversorgung am Markt auszutrocknen.
Futures auf Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerten sich um 41 US-Cent oder rund 0,7% auf 62,00 USD das Fass, nachdem sie zuvor 62,03 USD das Fass erreicht hatten, ein Niveau, auf dem sie seit dem 8. November nicht mehr gelegen hatten.
Futures auf Brent, dem Benchmark für den internationalen Ölmarkt, lagen mit 69,43 USD das Fass, 39 US-Cent oder ungefähr 0,5% über ihrem letzten Schlusskurs, nachdem sie zuvor mit 69,50 USD ihren höchsten Preis seit Mitte November erreicht hatten.
Der US-Branchenverband American Petroleum Institute wird heute um 22:30 MEZ seinen Report für die Woche zum 29. März veröffentlichen, der den Erwartungen nach, eine Abnahme der Ölvorräte um etwa 1,1 Millionen Fass zeigen wird.
3. Brexit-Sackgasse
Die britische Premierministerin Theresa May wird heute stundenlange Kabinettsitzungen im Regierungssitz in der Downing Street leiten, um zu versuchen einen Weg aus dem Brexit-Schlamassel zu finden, als sie unter Druck gerät, entweder der Europäischen Union ohne einen den Rücken zu kehren oder Neuwahlen anzuberaumen.
Mays Deal ist mittlerweile dreimal im Unterhaus des britischen Parlaments gescheitert, in dem sich am Montag wieder einmal keine Mehrheit für irgendeine der Alternativvorschläge zu ihrem Deal finden ließ.
Sollte May ihren Vertragstext nicht vom Parlament ratifiziert bekommen, dann hat sie die Wahl zwischen einem Austritt ohne ein Übergangsabkommen, Neuwahlen oder sie kann die EU um eine ausgedehnte Verschiebung bitten, um ein neues Brexit-Abkommen für eine weitaus engere Beziehung mit der Gemeinschaft auszuhandeln.
"In den letzten Tagen ist ein Szenario ohne ein Abkommen wahrscheinlicher geworden, aber wir können immer noch hoffen, dies vermeiden zu können," sagte der EU-Chefunterhändler für den Brexit Michel Barnier auf einer Veranstaltung in Brüssel und fügte hinzu, dass die EU bereit sei Großbritannien in einer Zollunion zu akzeptieren oder einer Beziehung ähnlich der, die sie mit Norwegen hat.
Das Pfund wurde zuletzt zu 1,3069 USD, 0,2% tiefer gehandelt.
4. US-Futures deuten verhaltenen Start in den Aktienhandel an
An der Wall Street deuten die US-Aktienindexfutures einen verhaltenen Handelsstart an, als die Investoren die neuesten Konjunkturdaten abwarten, um weitere Klarheit zu bekommen, ob die Konjunktur an Schwung verliert oder es sich nur um eine temporäre Delle handelt.
Der Bluechip Dow Futures war unverändert, während der S&P 500 Futures und der NASDAQ 100 Futures ein wenig gesunken sind.
Auf der anderen Seite des Atlantiks traten am Vormittag die europäischen Aktienkurse auf der Stelle, nachdem sie an den letzten beiden Handelstagen ihre stärkste zweitägige Rallye seit Januar erlebt hatten. Unter den nationalen Leitindizes stieg der exportlastige FTSE 100 in London dank der Schwäche des Pfunds um rund 0,4%.
Zuvor war es an den asiatischen Börsen auf breiter Front aufwärts gegangen.
5. US-Auftragseingänge für langlebige Güter im Fokus
Das US-Handelsministerium wird um 14:30 MEZ Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Güter für Februar veröffentlichen.
Die Konsensusprognose sieht für den vergangenen Monat einen Rückgang um 1,1% voraus. Die Kernauftragseingänge, die volatile Transportgüter außen vor lassen, sollen hingegen um 0,3% gestiegen sein.
Der Report folgt auf Daten vom Montag, die gezeigt hatten, dass die Lage in der verarbeitenden Industrie im März besser als erwartet war, was den Investoren half, über die schwachen Einzelhandelsumsätze vom Februar hinwegzusehen.
Der US-Dollarindex, der die Stärke der amerikanischen Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, lag um 0,2% höher auf 96,96, nachdem er zuvor auf bis zu 97,04 gestiegen war und damit sein höchstes dem 12. März erreicht hatte.
Am Anleihemarkt bewegte sich die Renditekurve zwischen den US-Dreimonatsanleihen und Papieren mit 10-jähriger Laufzeit weiter ins Plus, nachdem sie sich eine Woche lang bis zum vergangenen Freitag umgedreht hatte. Das hatte Befürchtungen ausgelöst, dass dies ein frühes Anzeichen für eine Rezession sein könnte.
Die Rendite von US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit stand zuletzt auf 2,47%.
-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.
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