Devisen: EUR/USD tritt trotz 750-Milliarden-Euro-Hilfspaket auf der Stelle

Devisen: EUR/USD tritt trotz 750-Milliarden-Euro-Hilfspaket auf der Stelle

Mai 27, 2020

Von Yasin Ebrahim

Nach einer wilden Handelssitzungen parkt der Euro unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 1,10 Dollar. Zuvor war die Gemeinschaftswährung kurzzeitig um mehr als 0,4% in die Höhe gesprungen, als es Meldungen gab, wonach die EU-Kommission im Kampf gegen die Corona-Krise ein Hilspaket von 750 Milliarden Euro schnüren will.

Im Vergleich zum Vortagesschlusskurs wurde der EUR/USD fast unverändert bei 1,0991 Dollar gehandelt, nachdem er in der Spitze bis auf 1,1031 Dollar gestiegen war.

Das Hilfsprogramm, das 500 Milliarden Euro in Form von Zuschüssen und 250 Milliarden Euro in Form von Krediten an die am schlimmsten betroffenen Volkswirtschaften der Mitgliedsstaaten umfasst, benötigt nach wie vor die Unterstützung aller 27 Mitgliedsstaaten. Immerhin sind das mehr als die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen deutsch-französischen Vorschläge in Höhe von 500 Milliarden Euro.

Die Verhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten werden in den kommenden Monaten stattfinden, und im Falle einer Zustimmung würden einige der Gelder im Jahr 2020 ausgezahlt werden. Der größte Anteil würde jedoch im nächsten Jahr bereitgestellt werden, wenn die ersten Anleihen im Rahmen des Programms ausgegeben werden.

Einige Marktteilnehmer äußerten jedoch Bedenken wegen des Mangels an Details über die Finanzierung des Hilfsprogramms. Es sei "unklar, wie die zur Finanzierung des Fonds ausgegebenen Anleihen ein AAA-Rating erhalten sollen", so die Commerzbank (DE:{CBKG) in einer Notiz.

"Es ist unwahrscheinlich, dass bis Juli eine Einigung, wie von der EU-Kommission angestrebt, erreicht wird und dass die ersten Gelder bereits im September fließen", fügte die Bank hinzu.

Der Vorschlag der EU kommt vor dem geldpolitischen Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) nächste Woche, bei dem der Fokus auf den Wirtschaftsprognosen liegen dürfte, wobei einige Marktteilnehmer auch eine Ausweitung des PEPP-Programms erwarten, damit sich die EU schneller von der Corona-Krise erholen kann.

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