Investing.com - Die Investoren werden in der kommenden Woche vor allem auf neue Daten zu den US-Erzeuger- und Verbraucherpreisen warten, die am Mittwoche und am Donnerstag hereinkommen werden, da diese neue Einblicke liefern könnten, wie schnell die Zinsen in diesem Jahr noch steigen werden.
In einer an Konjunkturdaten armen Woche dürften Handelsgespräche im Mittelpunkt bleiben, als Vertreter der Vereinigten Staaten, Kanadas und Mexikos am Montag ihre Verhandlungen zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen in Washington wieder aufnehmen werden.
Die geldpolitische Sitzung der Bank von England am Donnerstag dürfte ebenfalls die Investoren interessieren, als diese überwiegend davon ausgehen, dass die Bank die Zinssätze nach der jüngsten Serie schwacher Konjunkturdaten unverändert stehen lassen wird.
Der Dollar erreichte am Freitag seine höchsten Kursniveaus des Jahres, gestützt von Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve in diesem Jahr, bevor er seine Zugewinne teilweise wieder aufgab, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten vom April enttäuscht hatten.
Der US-Dollarindex, der die Stärke der US-Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, stieg auf 92,75, seinem höchsten Niveau seit dem 27. Dezember, bevor er sich bis zum Freitagabend wieder auf 92,42 zurückzog. Der Index verbuchte einen Wochengewinn von 1,17%.
Der Dollar ist gestiegen, als die Investoren wetten, dass die Fed die Zinssätze weiter anheben wird, während andere Zentralbanken, wie die Europäische Zentralbank und die Bank von England den Erwartungen nach langsamer vorgehen werden.
Die Zahlen vom Freitag hatten gezeigt, dass die US-Wirtschaft im April weniger Jobs als erwartet schuf, während die Löhne kaum gestiegen sind. Das konnte aber kaum an der Ansicht rütteln, dass die Zinsen in diesem Jahr weiter steigen werden.
In ihrem Zinsstatement vom vergangenen Mittwoch stellte die Fed fest, dass die Inflation sich ihrem Zielwert von 2% angenähert hat. Die Notenbanker sehen für das laufende Jahr zwei weitere Zinserhöhungen vor, auch wenn eine wachsende Anzahl von Investoren mittlerweile drei für möglich hält.
Der Euro fiel am Freitag auf ein Viermonatstief, mit dem EUR/USD Kurs auf 1,1911, bevor er sich im späten Handel zurück auf 1,1961 hievte, was den Wochenverlust auf 1,4% brachte.
Die Aussichten für die Gemeinschaftswährung waren zuvor in der Woche von Daten eingetrübt worden, denen nach das Wachstum in der Eurozone sich in den ersten drei Monaten des Jahres verlangsamt hat, was die Argumente der EZB stärkt, bei dem Entzug der Stimulusmaßnahmen Vorsicht walten zu lassen.
Das Pfund viel ebenfalls auf ein Viermonatstief mit dem GBP/USD Kurs zu Handelsende auf 1,3531, womit über die Woche ein Verlust von 1,79% herauskam.
Der Dollar überstieg gegenüber dem Schweizer Franken die Parität, mit dem USD/CHF Kurs auf bis zu 1,0023.
Vor Beginn der kommenden Woche hat Investing.com eine Liste wichtiger Ereignisse zusammengestellt, die die Märkte beeinflussen könnten.
Montag, den 7. Mai
Aus Australien kommen Zahlen zum Geschäftsklima herein.
In Großbritannien bleiben die Finanzmärkte wegen eines Feiertages geschlossen.
Dienstag, den 8. Mai
Aus Australien kommen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen.
In China erscheinen Außenhandelsdaten.
Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hält in der Schweizer Hauptstadt Zürich eine Rede.
In Großbritannien erscheinen Branchendaten zur Inflation der Immobilienpreise.
Mittwoch, den 9. Mai
In Kanada kommt ein Report zu den Baugenehmigungen heraus.
In den USA erscheinen Daten zur Erzeugerpreisinflation.
Donnerstag, den 10. Mai
Die neuseeländische Notenbank gibt den Leitzins bekannt und publiziert ihren Bericht zur Geldpolitik, welcher das konjunkturelle Umfeld und weitere Faktoren, die die Entscheidung der Bank beeinflussten, erläutert.
Aus China gibt es Inflationsdaten.
Aus Großbritannien gibt es Daten zur Industrieproduktion und dem Außenhandel. Unterdessen verkündet die Notenbank des Landes ihre neueste Entscheidung zur Geldpolitik und veröffentlicht ihr Zinsstatement, was starke Beachtung finden dürfte.
Aus den USA gibt es Berichte zu den Verbraucherpreisen und den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld.
Freitag, den 11. Mai
In Kanada erscheint der monatliche Arbeitsmarktbericht.
EZB-Präsident Mario Draghi spricht auf einem Ereignis in Florenz.
Die USA runden die Woche mit vorläufigen Zahlen zum Konsumklima ab.
