Der Ausblick auf die Woche vom 4. bis 8. Februar

Der Ausblick auf die Woche vom 4. bis 8. Februar

Feb 03, 2019

In dieser Woche werden die Investoren die Chance erhalten, sich die Bemerkungen mehrere Vertreter der Federal Reserve anzuhören, nachdem die US-Zentralbank die Märkte überrascht hatte, indem sie künftige Zinserhöhungen auf Eis gelegt und versprochen hatte, mit künftigen Zinserhöhungen "geduldig" zu sein.

Nachdem sie gerade noch im Dezember weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hatte, kassierte die Fed auf ihrer Sitzung im Januar das Versprechen weiterer Zinserhöhungen und begründete dies mit der verhaltenen Inflation und den wachsenden Risiken für das Wachstum der Weltwirtschaft.

Marktbeobachter werden gespannt den Ausführungen der Cleveland Fed Präsidentin Loretta Mester am Montag folgen und denen vom St Louis Fed Präsidenten James Bullard am Freitag. Der Fed-Vorsitzende Jay Powell selbst wird am Mittwoch öffentlich auftreten, aber es ist unklar, ob er dabei die Geldpolitik anschneiden wird.

Die Investoren schauen auch auf die Rede zur Lage der Nation, die Präsident Donald Trump am Dienstag (US-Ortszeit) halten wird. Die Rede war ursprünglich für den 29. Januar angesetzt, musste aber wegen der Regierungsschließung verschoben werden.

Es sieht ganz danach aus, als werde Trump weiter den Druck für eine Befestigung der Grenze aufrechterhalten und auch seine Forderungen nach Infrastrukturausgaben erneuern.

In China werden die Märkte aufgrund des chinesischen Neujahrsfests geschlossen bleiben, während die Investoren weiterhin nach jeglichen Anzeichen auf der Lauer liegen werden, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China an Schärfe verliert.

Es wird damit gerechnet, dass die Bank von England auf ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag die Zinssätze stehenlassen wird, während die Verunsicherung über die Aussicht zunimmt, dass Großbritannien die Europäische Union am 29. März verlassen könnte, ohne das Ein Vertrag über die Beziehungen danach steht.

Die australische Notenbank wird in dieser Woche ebenfalls eine geldpolitische Sitzung abhalten und könnte auf dieser signalisieren, dass die Zinssätze bis weit ins Jahr 2021 auf 1,5% verharren könnten, da die Konjunkturabkühlung in China auf die heimische Wirtschaft durchschlägt.

Der Dollar beendete den Handel am Freitag unverändert, trotz einer anfänglichen Aufwärtsbewegung, nachdem der US-Beschäftigungsreport für Januar eine zähe Lohninflation gezeigt hatte und damit der Zurückhaltung der Fed mit weiteren Zinserhöhungen weitere Munition lieferte.

Der Report zeigte, dass die US-Wirtschaft 304.000 neue Jobs geschaffen hat, so viele wie in 11 Monaten nicht mehr, was weit über den Vorhersagen von 165.000 neuen Stellen lag. Die Arbeitslosenquote stieg allerdings auf ein Siebenmonatshoch von 4%. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg um lediglich 0,1%, während eine Zunahme um 0,3% erwartet worden war.

“Wir hatten einen reflexhaften Anstieg des Dollar, basierend auf der starken Zunahme der Beschäftigung und einem insgesamt soliden Report,” sagte Eric Viloria, Devisenstratege bei Credit Agricole.

“Aber die unter Erwarten liegenden Löhne werden wahrscheinlich den von Geduld gekennzeichneten Ansatz der Fed bestätigen und das hat den Dollar dann zurückgehalten,” he added.

Am Freitagabend wurde der Dollarindex zu 95,30 gehandelt und hatte sich damit gegenüber dem Handelsbeginn kaum verändert.

Der Dollar hat sich gegenüber dem Euro und dem Yen kaum bewegt, mit dem EUR/USD Kurs auf 1,1454 und dem USD/JPY Kurs auf 109,48.

Die breitere Risikoneigung blieb ziemlich robust, nachdem ein Spitzenunterhändler der Vereinigten Staaten am Donnerstag berichtet hatte, dass es an den zwei Tagen hochkarätiger Handelsgespräche mit China “substanzielle Fortschritte” gegeben habe.

Es wird für dieses Jahr weithin mit einem Kursrückgang des Dollar gerechnet, da die Federal Reserve bei Zinserhöhungen jetzt einen vorsichtigeren Ansatz verfolgt.

“Der Ausblick für US-Wertpapiere bleibt eher durchwachsen und die Investoren sollten woanders nach Wertpotential suchen,” sagte Hans Redeker, Konzernchef für Währungsstrategie bei Morgan Stanley in London.

“Ein schwächerer Ausblick für den US-Aktienmarkt dürfte gering verzinsten Papieren wie dem Yen oder die schwedische Krone ihre Unterstützung sichern,” meinte er weiter.

Vor Beginn der kommenden Woche hat eine Liste wichtiger Ereignisse zusammengestellt, die die Märkte beeinflussen könnten.

Montag, der 4. Februar

In China sind die Märkte aufgrund des chinesischen Neujahrsfests geschlossen.

Aus Australien kommen Daten zu den Baugenehmigungen.

In Großbritannien erscheinen Umfragedaten aus der Bauwirtschaft.

Aus der Eurozone gibt es Zahlen zur Inflation der Erzeugerpreise.

In den USA erscheinen Zahlen zu den Auftragseingängen in Fabriken.

Cleveland Fed Präsidentin Loretta Mester hält eine Rede.

Dienstag, der 5. Februar

In China bleiben die Märkte zum chinesischen Neujahrsfests geschlossen.

Aus Australien kommen Daten zum Außenhandel und den Einzelhandelsumsätzen. Außerdem gibt die australische Notenbank ihre neueste Entscheidung zu den Leitzinsen bekannt und veröffentlicht das Zinsstatement.

In Großbritannien erscheinen Branchendaten zur Lage im Dienstleistungssektor.

Aus der Eurozone gibt es einen Report zu den Einzelhandelsumsätzen.

Das Institute of Supply Management veröffentlicht Daten zu US-Wirtschaft ohne das produzierende Gewerbe.

Präsident Donald Trump hält vor dem Kongress seine Rede zur Lage der Nation.

Mittwoch, der 6. Februar

In China bleiben die Märkte zum chinesischen Neujahrsfests geschlossen.

Der Vorsitzende der australischen Notenbank Philip Lowe hält auf einer Veranstaltung in Sydney eine Rede.

Im Euroraum veröffentlicht Deutschland Zahlen zu den Auftragseingängen in den Fabriken.

In Kanada erscheinen Daten zu den Baugenehmigungen.

Fed-Chef Jerome Powell hält auf einer Veranstaltung in der US-Hauptstadt Washington eine Rede.

Donnerstag, der 7. Februar

In China bleiben die Märkte zum chinesischen Neujahrsfests geschlossen.

Aus Neuseeland kommt ein neuer Beschäftigungsreport.

In Deutschland erscheinen Zahlen zur Industrieproduktion.

Die EU veröffentlicht ihre Wirtschaftsprognosen für die nächsten sechs Monate.

Die Bank of England machte ihre Entscheidungen zur Geldpolitik bekannt und veröffentlicht ein Zinsstatement.

In den USA erscheint der wöchentliche Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld.

Freitag, der 8. Februar

In China bleiben die Märkte zum chinesischen Neujahrsfests geschlossen.

Aus Japan gibt es Daten zum durchschnittlichen Nettolohn.

Der Präsident der Fed in St. Louis, James Bullard, hält auf einer Veranstaltung der St. Cloud Staatsuniversität eine Rede.

Kanada rundet die Woche mit dem neuesten Beschäftigungsreport ab.

-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.

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