DAX-Future höher: Reaktion der G7 im Fokus - RBA senkt Zinssatz

DAX-Future höher: Reaktion der G7 im Fokus - RBA senkt Zinssatz

Mär 03, 2020

von Robert Zach

Dank einer starken Wall Street kann der DAX am Dienstag im vorbörslichen Handel moderat zulegen. Anleger hoffen auf eine globale koordinierte Zinssenkung der Zentralbanken. Die RBA hat heute Nacht bereits den Auftakt gemacht und ihren Zinssatz als Reaktion auf das grassierende Coronavirus gesenkt. Reuters zitierte allerdings einen Insider, der die Hoffnung auf koordinierte Zinssenkungen dämpfte. Der DAX-Future wird gut eine halbe Stunde vor Börsenbeginn in Frankfurt 118 Zähler oder 1,00 Prozent höher auf 11.983 Punkte gehandelt.

Die G7-Finanzminister werden heute um 13.00 Uhr (MEZ) eine Telefonkonferenz darüber abhalten, wie auf den weltweiten Ausbruch des Covid-19 zu reagieren ist. Sie wird von US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem Vorsitzenden der Federal Reserve Bank Jerome Powell geleitet. Die Märkte haben extrem positiv auf eine mögliche globale koordinierte politische Reaktion reagiert, was wiederum die Erwartung an die sieben größten Industriestaaten (G7) deutlich hochgeschraubt hat.

Die Wall Street ist am Montag in der Hoffnung auf eine geldpolitische Reaktion der BoE, BoJ, EZB und der Federal Reserve so stark gestiegen, wie seit 14 Monaten nicht mehr. Der Dow Jones Industrial Average stieg um fast 1.300 Punkte oder 5 Prozent auf 26.703,32, während der S&P 500-Index um 4,6% auf über 3.000 Punkte kletterte. Auch für den NASDAQ Composite ging es spürbar nach oben. Er schloss 4,5 Prozent im Plus auf 8.952,17 Punkte.

Infolge der starken Risikobereitschaft holten die Renditen der US-Treasuries ihre anfänglichen Verluste auf und schlossen entlang der Kurve leicht höher. Die Zehnjahresrendite holte einen Rückgang um 12 Basispunkte auf und schloss mit 1,163 Prozent um 1,5 Basispunkte höher. Damit war die Rendite erstmals seit 8 Sitzungen wieder gestiegen.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) kürzte bereits heute Nacht ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Rekordtief von nun 0,5 Prozent. Zugleich ließ die Notenbank die Tür für weitere Zinssenkungen offen.

Zum Auftakt in den Dienstag dürfe die Erwartung an koordinierte Zinssenkungen der Zentralbanken jedoch einen leichten Dämpfer erhalten und somit auch die Risikobereitschaft der Investoren begrenzen. Einem Insider zufolge soll in der G7-Erklärung zur Coronavirus-Krise keine konkrete Forderung nach neuen Staatsausgaben oder koordinierten Zinssenkungen der Zentralbanken enthalten sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

US-Präsident Trump sagte, er hoffe, dass die US-Notenbank über Impulse nachdenkt. Mit dem Hinweis, dass die Fed nur "langsam handelt", während andere Zentralbanken viel aggressiver gewesen seien, ist er der Meinung, dass die USA "den niedrigsten Zinssatz" haben sollten. Zur sich entwickelnden Coronavirus-Situation in den USA gab er bekannt er, dass man eine Verschärfung der Reisebestimmungen erwäge, aber dass es aktuell keine Notwendigkeit für das Ausrufen eines nationalen Notstands gäbe. Allerdings könne dies zu einem späteren Zeitpunkt geschehen.

Neben den Schlagzielen zum Coronavirus-Ausbruch gehen die Blicke der Anleger heute zumindest teilweise auf die US-Politik. Schließlich erreichen mit dem "Super Tuesday" die Vorwahlen der Demokraten ihren ersten echten Höhepunkt. Damit dürfte auch klarer werden, wer im November gegen US-Präsident Donald Trump antreten wird.

Konjunkturseitig stehen heute die Verbraucherpreise aus der Eurozone auf der Agenda. Von befragte Volkswirte erwarten die Jahresrate bei 1,2 Prozent, nach 1,4 Prozent zuvor. Jenseits des Atlantiks wird der ISM New York veröffentlicht. Danach rückt der vom Investors Business Daily (IBD) und TechnoMetrica Institute of Policy and Politics (TIPP) erhobene Konjunkturoptimismus-Index in den Vordergrund.

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