DAX: Commerzbank raus, Wirecard rein - warum die Wirecard-Aktie jetzt fallen könnte

DAX: Commerzbank raus, Wirecard rein - warum die Wirecard-Aktie jetzt fallen könnte

Sep 03, 2018

Die Spatzen pfeifen es schon seit geraumer Zeit von den Dächern: Wirecard (DE:WDIG) wird aller Voraussicht nach die Commerzbank (DE:CBKG) im DAX ersetzen. Die endgültige Entscheidung wird am Mittwoch den 5. September fallen. Dann entscheidet der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse (DE:DB1Gn) über eine Indexumstellung.

Der aufstrebende Zahlungsanbieter Wirecard überholte zuletzt das zweitgrößte deutsche Bankhaus beim Börsenwert. Wirecard kommt auf gut 24 Mrd. Euro Marktkapitalisierung, während die Commerzbank auf 10,18 Mrd. Euro kommt - auch die Deutsche Bank (DE:DBKGn) (20,13 Mrd. Euro) hat der Zahlungsabwickler hinter sich gelassen.

In den zurückliegenden 6 Monaten ist der Aktienkurs von Wirecard um mehr als 100 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum verloren die Papiere der Commerzbank etwas mehr als 30 Prozent an Wert. Blickt man auf die letzten 5 Jahre zurück, so legte die Wirecard-Aktie um mehr als 600 Prozent zu, während die Aktie der Commerzbank stagnierte.

Nach der Erhöhung der Gewinnprognose Mitte August war die Aktie von Wirecard (DE:WDIG) kaum noch zu stoppen. So rechnet der Zahlungsabwickler im laufenden Jahr mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 530 bis 560 Mio. Euro (vorher 520 bis 545 Mio. Euro). Im zweiten Quartal hatte Wirecard seinen Gewinn um 47 Prozent auf 82,4 Mio. Euro steigern können.

Auch die Analysten sind überzeugt von dem Geschäftsmodell von Wirecard. So hob das Analysehaus Kepler Cheuvreux das Kursziel für Wirecard nach dem positiven Zahlenwerk für das zweite Quartal von 185 auf 225 Euro an. Die Einstufung beließ das Haus auf "Kaufen".

Warum der Aktienkurs von Wirecard dennoch fallen könnte

Langfristig gesehen muss mit Wirecard gerechnet werden, aber kurzfristig könnten sich Chancen auf der Unterseite ergeben. Dies spiegelt sich auch im Volumen wider. So wurden zuletzt zwar immer neue Rekordhochs erreicht, aber das Volumen stand nicht mehr im Einklang mit der jüngsten Rekordjagd. Grundsätzlich ist dies ein relativ guter Indikator für eine bevorstehende Korrektur, zumal bereits sehr viele gute Nachrichten, wie auch der DAX-Aufstieg, bereits in den Kurs eingepreist sein dürften.

Als potenzielles Kursziel auf der Unterseite könnte dabei der Unterstützungsbereich aus dem ehemaligen Ausbruchsniveau under der 100-Tage-Linie zwischen 160/149 Euro fungieren. Spätestens hier sollten sich Anleger dann Gedanken über längerfristige Longengagements machen.

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