Chinesische Exporte brechen im Februar ein

Chinesische Exporte brechen im Februar ein

Mär 08, 2019

Die chinesischen Exporte im Februar brachen im Vergleich zum Vorjahr um 20,7% ein, zeigten am Freitag Daten des nationalen Amts für Statistik.

Der Exportwert für Februar kam weit unter den Erwartungen des Marktes herein, der einen Rückgang um 4,8% erwartet hatte. Er hob auch die Gewinne vom Januar von 9,1% wieder auf.

Die Importe sind ebenfalls gesunken, um 5,2% statt der geschätzten 1,4%.

Der Rückgang ließ China im Februar einen Handelsüberschuss von 4,12 Mrd USD, weitaus weniger als die erwarteten 26,38 Mrd USD.

Die Exportdaten vom Februar repräsentieren den größten Einbruch der letzten drei Jahre und auch die Importe fallen seit mittlerweile drei Monaten in Folge.

Diese Daten kommen zu einer Zeit, in der es in China ohnehin schon Anzeichen auf eine konjunkturelle Verlangsamung gibt.

Am Dienstag hatte die chinesische Regierung ihr Wachstumsziel fürs BIP auf 6 bis 6,5% abgesenkt. Letztes Jahr noch wuchs die chinesische Wirtschaft um 6,6%, was selbst schon das langsamste Wachstum seit 1990 gewesen war.

Chinas Finanzminister Lui Kun sagte am Donnerstag, die Regierung werde Steuersenkungen nutzen, um die sich verlangsamende Konjunktur aufzupeppeln.

Während eine Konjunkturdelle in China hinter den schlechter als erwarteten Daten vom Februar stecken könnte, ist es auch möglich, dass saisonale Faktoren die Daten vom Januar aufgehübscht haben. Die Exporteure verladen ihre Auslieferungen typischerweise vor den eine Woche dauernden Festlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest, das dieses Jahr auf den Februar fiel.

Die andauernden amerikanisch-chinesischen Handelsgespräche wurden ebenfalls als negativer Einfluss auf die chinesische Fabrikproduktion angeführt, auch wenn von beiden Seiten berichtet wird, dass sie ihre Gespräche in Kürze zu einem Abschluss bringen wollen.

“Zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, dass es einfach viel Arbeit ist den Text zu verfassen ... ein Vertrag oder Vereinbarung und das ist der gegenwärtige Status,” sagte Ted McKinney, ÜS-Staatssekretär für Agrarhandel, in einem Pressegespräch.

Bloomberg berichtete, dass US-Präsident Donald Trump die Unterhändler anspornt, einen chinesisch-amerikanischen Handelsvertrag vor der Wahlkampagne 2020 abzuschließen.

Die schlechter als erwartet ausgefallenen Exportdaten schickten chinesische Aktien am Freitagnachmittag weiter nach unten. Um 05:03 MEZ lag der Shanghai Composite 2,90% tiefer und der Shenzhen Component verlor 1,55%.

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