API-Daten und Corona-Lockerungen befeuern Ölpreis - WTI Öl  aktuell +11%

API-Daten und Corona-Lockerungen befeuern Ölpreis - WTI Öl aktuell +11%

Apr 29, 2020

Der geringer als erwartete Lageraufbau in den USA sowie die schrittweise Lockerung der Corona-Restriktionen in den USA, Europa und Australien haben den Ölpreis am Mittwoch im asiatischen Handel befeuert.

Die US-Öllagerbestände stiegen in der letzten Woche um 9,978 Millionen Barrel, nach 13,226 Millionen in der Woche zuvor, wie das American Petroleum Institute (API) am Dienstagabend mitteilte. Erwartet wurde ein Lageraufbau von etwas mehr als 11 Millionen Barrel.

Am wichtigen Umschlagort Cushing in Oklahoma stiegen die Bestände um 2,486 Millionen Barrel. Benzinbestände wurden um 1,108 Millionen Barrel abgebaut. Die Bestände der Destillate stiegen um 5,462 Millionen Barrel.

Die Ölhändler richten ihre Augen nun auf den offiziellen Regierungsbericht der Energy Information Administration (EIA), der heute um 16.30 Uhr veröffentlicht wird. Ölmarktbeobachter erwarten einen Anstieg der Ölreserven in Höhe von 10,6 Millionen Barrel. Da die Lagerkapazitäten in Cushing knapp werden, gilt es diesen Datensatz besonders genau zu beobachten.

Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent-Öl zur Juni-Lieferung steigt im frühen Handel um 2,20 Prozent auf 23,25 Dollar. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis Juni geht es um 11,1 Prozent nach oben auf 13,73 Dollar.

Gestern war WTI-Öl zeitweise um mehr als 20 Prozent eingebrochen, weil S&P alle seine Rohstoffindizes in einen neuen Kontrakt rollte. Am Ende der Sitzung begrenzte US-Rohöl seine Verluste auf -3,44 Prozent.

Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Ölnachfrage durch eine Lockerung der Corona-Restriktionen in den USA, Europa und Australien befeuerte die Erholungsrallye bei WTI Öl zusätzlich..

"Ein Anstieg der Geschäftsaktivitäten wird die inländische Ölnachfrage in den USA ankurbeln, was das Volllaufen der Öllager noch etwas hinauszögern kann", sagte Bjornar Tonhaugen, Leiter Ölmärkte bei Rystad Energy, in einem Gespräch mit CNBC.

Gleichzeitig warnte er jedoch vor verfrühtem Optimismus mit Blick auf die Nachfragesituation.

"Das Hochfahren der industriellen Tätigkeit in den USA kann die Preise vorübergehend in die Höhe treiben, da die Händler Zeit brauchen zum Durchatmen brauchen, aber wir gehen nicht davon aus, dass diese Entwicklung anhält. Die Ölpreise werden im zweiten Quartal im Schnitt voraussichtlich bei 20 Dollar pro Barrel liegen. Die Tiefs sehen wir irgendwann im Mai."

Andere Investoren forderten weitere Produktionskürzungen von den wichtigsten Ölförderstaaten, um das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt zu begrenzen.

"Trotz der bevorstehenden OPEC+-Förderkürzungen muss die Ölproduktion noch weiter zurückgefahren werden - insbesondere in den USA und Kanada, um ein Explodieren der Lagerkapazitäten bis Juni zu verhindern", sagte Chris Midgley, Research-Chef des Preisinformationsdienstes S&P Global Platts, im Gespräch mit CNBC.

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