von Geoffrey Smith
Der US-Aktien begann am Dienstag mit Verlusten, da die größten Banken des Landes aufgrund der Coronavirus-Pandemie massive Gewinneinbrüche im zweiten Quartal hinnehmen mussten.
JPMorgan (NYSE:JPM), Citigroup (NYSE:C) und Wells Fargo (NYSE:WFC) meldeten Rückstellungen gegen tatsächliche oder mögliche Kreditverluste im Umfang von knapp 28 Milliarden US-Dollar im Quartal, was die enorme Welle von Unternehmens- und Privatinsolvenzen widerspiegelt, die auf die Verhängung von Sperren im ganzen Land im Frühjahr folgte.
Die Aktien von JPMorgan und Citigroup fielen um 0,5% bzw. 2,2%, obwohl die Verluste durch die Tatsache abgefedert wurden, dass ihre Handelsabteilungen - insbesondere ihre Rentenhändler - im April und Mai von der Flucht in sichere Vermögenswerte durch die Kunden einen Reibach machten. Die Wells Fargo-Aktie fiel dagegen aufgrund des Fehlens eines solchen Gegengewichts um 7,5%.
Um 15:35 MEZ stand der Dow Jones Industrial Average um 50 Punkte oder 0,2% tiefer auf 26.035 Punkten, während der S&P 500 um 0,3% sank und der Nasdaq Composite um 0,1% nachgab.
Die Aktie von Delta Air Lines (NYSE:DAL) fiel ebenfalls um 2,9%, nachdem das Unternehmen gewarnt hatte, dass es mehr als zwei Jahre dauern wird, bis sich der Flugverkehr nachhaltig erholt hat.
Die Ergebnisse der ersten drei großen Banken, die Bericht erstatteten, zogen auch andere Finanztitel nach unten: Die Aktie von Morgan Stanley (NYSE:MS) verlor 1,7%, während die Aktie der Bank of America (NYSE:BAC) um 1,6% fiel.
Christopher Smart, Chefstratege am Barings Investment Institute, kommentierte in einer E-Mail, dass der Markt, obwohl er einen weiteren Absturz vielleicht noch vermeiden kann, nicht für immer der Schwerkraft wird trotzen können.
"Die Logik ist, dass gute Nachrichten gute Nachrichten und schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind", sagte Smart mit einer Anspielung darauf, wie Anleger auf Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung aufspringen, aber schlechte Nachrichten als Vorläufer von noch mehr fiskalischen und geldpolitischen Anreize interpretieren. "Die 'Pandemie' wird nicht ewig dauern".
Ansonsten fiel die Spotify-Aktie (NYSE:SPOT) um 4%, nachdem die UBS ihr Rating des Streaming-Unternehmens gesenkt hatte. Sie sagte, der Markt überschätze nun dessen Fähigkeit, die Kosten einzudämmen und seine Inhalte zu monetarisieren. UBS (SIX:UBSG) hat auch die Netflix-Aktie (NASDAQ:NFLX) von Kaufen auf Halten herunter gestuft. Diese fiel um 3,0%.
US-Rohöl-Futures fielen am Dienstag ebenfalls aufgrund weiterer Anzeichen einer möglichen Schwäche der US-Nachfrage in nächster Zeit. Sowohl Aktien als auch der Ölpreis waren bereits im späten Handel am Montag stark gefallen, nachdem Kalifornien einen Großteil seiner wirtschaftlichen Wiedereröffnung rückgängig gemacht hatte, um den Anstieg der Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Öl hatte sich jedoch über Nacht stabilisiert, da Daten zeigten, dass chinesische Importeure im Juni Rekordmengen eingekauft haben.

