Investing.com - Die Wall Street begann den Handel am Montag mit schweren Verlusten, als Sorgen über Handelskonflikte wieder in den Mittelpunkt rückten.
Um 15:32 MEZ lag der Dow Jones 188 Punkte oder 0,77% tiefer, der S&P 500 verlor 19 Punkte oder 0,68%, während der Nasdaq Composite um 60 Punkte Im Minus oder 0,77% niedriger gehandelt wurde.
Die Europäische Union hat auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Abgaben auf eingeführte Fahrzeuge zu erheben, reagiert und dem US-Handelsministerium mitgeteilt, dass Zölle auf Autos und Autoteile nicht zu rechtfertigen sind und keinen wirtschaftlichen Sinn ergäben.
Die EU warnte, dass die US-Einfuhrzölle der amerikanischen Wirtschaft Schaden zufügen würden, da sie auch in den USA hergestellte Waren verteuerten. Sie sagte auch, ein 25 prozentiger Zoll hätte einen negativen Effekt auf das US-Bruttoinlandsprodukt von anfänglich 13 bis 14 Mrd USD.
Hinzu komme, so warnte die EU weiter, würde es dann wahrscheinlich zu Gegenmaßnahmen der amerikanischen Handelspartner kommen, die 294 Mrd USD an US-Exporten einführen.
Trump sagte letzte Woche, seine Administration stelle ein Studie fertig und legte nahe, dass die Vereinigten Staaten bald zu konkreten Maßnahmen übergehen werden.
Die jüngsten Vergeltungsdrohungen aus Europa kamen, als die Vereinigten Staaten die Erhebung von Zöllen auf chinesische Waren im Wert von 34 Mrd USD vorbereiten, mit der am Freitag begonnen werden soll. Den Erwartungen nach wird Peking dies in gleicher Münze vergelten.
Außerdem traten am Sonntag kanadische Zölle auf amerikanische Waren im Wert von etwa 13 Mrd USD in Kraft, mit denen das Land auf Trumps Zölle auf Stahl und Aluminium reagiert.
In einem Interview mit dem US-Wirtschaftssender CNBC erklärte der US-Handelsminister Wilbur Ross, dass Trump seine Ansichten zur Handelspolitik nicht ändern werde, auch wenn der Aktienmarkt seinen Rückgang fortsetzen werde.
“Man kann sich nicht mit dem täglichen Auf und Ab am Aktienmarkt beschäftigen." sagte er und meinte auch, das Hauptaugenmerk müsse darauf liegen, was fundamental gut für die Wirtschaft ist.
Abgesehen von den globalen Handelsauseinandersetzungen dürften die Investoren am Montag ihre Augen auf US-Konjunkturdaten richten. Um 16:00 MEZ werden die Befragung zur Lage im produzierenden Gewerbe vom ISM für Juni und ein Report zu den Ausgaben für Bauvorhaben im Mai erscheinen.
Während der Markt auf die Daten wartet, lag der US-Dollarindex, der die Entwicklung der amerikanischen Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, um 15:34 MEZ 0,65% höher auf 94,84. Der Dollar bekam neuen Auftrieb von der Schwäche des Euros, nachdem der deutsche Bundesinnenminister angeboten hatte zurückzutreten, vor dem Hintergrund des eskalierenden Streits über die Einwanderungspolitik, was die Zukunft der Koalitionsregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frage stellt.
Tesla (NASDAQ:TSLA) war am Montag in den Unternehmensnachrichten und machte am Montag einen Satz um 5,8% nach oben, nachdem die Firma eine 55 prozentige Steigerung der Produktion im zweiten Quartal auf 55.339 Fahrzeuge melden konnte. Während er den Report von Reuters nicht bestätigte, twitterte Elon Musk am Sonntagabend, dass 7.000 Autos, einschließlich des Typs Model 3, in sieben Tagen produziert worden seien.
Unterdessen standen die Ölpreise unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump die Händler überrascht hatte, als er ein improvisiertes Abkommen mit Saudi-Arabien über weitere Öllieferungen in einen zusehends angespannten Ölmarkt angekündigt hatte.
In einer Twitterbotschaft am frühen Sonnabendmorgen sagte Trump, dass der saudische König Salman einer höheren Ölförderung zugestimmt habe von "vielleicht bis zu" 2 Mio Fass mehr, um dabei zu helfen, den Rückgang der Lieferungen aus dem Iran und Venezuela auszugleichen.
Die US-Rohölfutures fielen bis 12:50 MEZ um 0,57% auf 73,73 USD, während Öl der Sorte Brent um 1,49% auf 78,05 USD absackte.
